FBSD Pressemitteilungen
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FBSD Pressemitteilungen (34)

Kein Vokabelsalat, sondern bairische Sprache rund um die Volkskultur

Der überregionales Aufsehen erregende, spielerisch angelegte und sehr erfolgreiche Bairischkurs für Truderinger Kindergartenkinder "macht Schule": Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e. V. (FBSD) bieten im Herbst 2017 Interessierten jeden Alters erstmals einen Kurs zum Kennenlernen bairischer Sprache in Verbindung mit Geschichte, Musik, Literatur und Religion an. Vorkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich, denn, so die Organisatoren:
"A bisserl woos geht fei imma!".

Das mehrteilige Programm gestalten die Liedermacherin Edeltraud Rey, der Buchautor und FBSD-Vorsitzende Horst Münzinger, die Mundartschreiberin Rosy Lutz und der Münchner Stadtpfarrer Rainer Maria Schießler.
Der Kurs beginnt am 23. September 2017 um 15 Uhr im Kulturzentrum München-Trudering an der Wasserburger Landstraße 32, mit Informationen zu den Themen und Referenten. Der Eintritt zu dieser Informationsveranstaltung ist frei.

Kurstermine sind dann der 14. und 28. Oktober sowie der 11. und 25. November, jeweils von 15 bis 16:30 Uhr im Kulturzentrum Trudering. Die Gebühr für den 4-teiligen Kurs beträgt 36 Euro, junge Erwachsene bis 27 Jahren zahlen nur 18 Euro und (Ehe-)Paare zusammen 54 Euro. Das Programm ist unter www.fbsd.de einsehbar. Anmeldungen können ab sofort unter erfolgen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Die Schirmherrschaft über das bisher einmalige weiß-blaue Angebot für Einheimische und Zuagroaste haben der ehemalige Münchner Stadtrat und gebürtige Truderinger Dr. Georg Kronawitter und seine Frau Gundula übernommen.

Ermutigt zu diesem Bairisch-Bildungs-Kurs für Erwachsene wurden die Initiatoren Wolfgang Jungwirth (KAB) und Horst Münzinger (FBSD) durch den Erfolg und die Resonanz eines Bairisch-Grundkurses, der mit FBSD-Unterstützung seit Oktober 2016 für Kinder im Truderinger Kindergarten St. Franz-Xaver veranstaltet wird. Die Schirmherren Gundula und Dr. Georg Kronawitter sind sich sicher, dass auch die Teilnehmer von "Griaß di" für Erwachsene viel Freude haben werden.

FBSD und Schwäbisches Literaturschloss Edelstetten setzen mit Kooperationsvereinbarung ein Zeichen für Mundartförderung über Sprachgrenzen hinweg

Der rund 3300 Mitglieder umfassende und in Oberbayern ansässige Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. (FBSD) und der Verein Schwäbisches Literaturschloss Edelstetten e.V. wollen künftig gemeinsam gegen den Verlust der Regionalsprachen vorgehen. Schwäbisch-Alemannisch und Bairisch sind, wie das Fränkische, Regionalsprachen, die in Bayern gesprochen werden, aber in ihrem Bestand arg gefährdet sind. Deshalb wurden sie von der UNECSO 2009 als vom Aussterben bedroht eingestuft. "Die Bewusstseinsbildung, dass Regionalsprachen und Mundarten außerordentlich hochwertige und deshalb dringend zu erhaltende Kulturgüter sind, wollen wir künftig gemeinsam stärker betonen", so Prof. Dr. Klaus Wolf, Vorsitzender des Vereins Schwäbisches Literaturschloss Edelstetten e.V. und Horst Münzinger, Vorsitzender des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte e.V.

Dialekt macht schlau
Ab den 1960er Jahre wurden nicht nur in Bayern Regionalsprachen und Mundarten als bildungshemmend abgewertet und aus Schulen und Medien zu Gunsten eines norddeutsch geprägten Standarddeutsch verbannt. Generationen von Politikern, Eltern und Lehrkräften hielten Jahrzehntelang an dieser ideologisierten und schon längst als falsch widerlegten Defizithypothese fest - und Kinder von den Regionalsprachen und Mundarten fern. Mangelnde Überlieferungen im Elternhaus und in den Schulen haben aber zur Folge, dass besonders bei der jüngeren Generation erhebliche Wissenslücken bei den Themen Literatur, Musik und Brauchtum mit gravierenden Sprachdefiziten einhergehen.


"Sprache und Mundarten müssen in ihrer Ganzheitlichkeit wieder zu einem Erlebnis werden", betont deshalb Wolf, der an der Universität Augsburg lehrt.

"Zudem haben mehrere Untersuchungen der modernen Gehirnforschung und aufgeklärte Praktiker in den Schulen nachgewiesen, dass das Nebeneinander von Hochsprache und Mundart bei Kindern Konzentration und Kombinationsfähigkeit fördern und dadurch bessere schulische Leistungen erzielt werden als bei Einzelsprachlern", begründet der FBSD-Vorsitzende die Notwendigkeit, wirkungsvolle Konzepte zur Mundartförderung in Kindergärten und Schulen einzuführen.

Die Übergabe der Partnerschaftsurkunden im Literarischen Salon im schwäbischen Schloss Edelstetten im Beisein von Schlossherrin Fürstin Ursula von Esterhazy, setzt nach Meinung der Vorsitzenden auch ein wichtiges Signal für eine regional übergreifenden Mundartförderung, der sich "hoffentlich auch bald fränkische Sprachförderer anschließen werden."

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Gemeinsam stärker für den Erhalt der Regionalsprachen in Bayern:
(v.l.) Siegfried Bradl (stv. Vorsitzender FBSD), Prof. Dr. Klaus Wolf (Vorsitzender Li-teraturschloss Edelstetten) und Horst Münzinger (Vorsitzender FBSD) freuen sich über die Kooperationsvereinbarung ihrer Vereine und hoffen, dass sich die Franken bald anschließen werden.

Pressemitteilung, München 18. April 2017

Sportass Laura Dahlmeier wird Ehrenmitglied im
Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V.

Neben "zwei Päpsten" nun eine Weltmeisterin mit weiß-blauer Zunge in der Reihe prominenter FBSD-Ehrenmitglieder

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Der weit über Bayern hinaus bekannten mehrfachen Weltmeisterin im Biathlon Laura Dahlmeier ist die Ehrenmitgliedschaft im Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. zuerkannt worden. "Damit hat der Förderverein mit seinen insgesamt 3.300 Mitgliedern neben dem emeritierten Papst Benedikt XVI. und dem als "Dialektpapst" bekannten Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Ludwig Zehetner mit Laura Dahlmeier eine Weltmeisterin und überaus erfolgreiche Repräsentantin der bairischen Sprache als Ehrenmitglied in seinen Reihen", freuen sich die FBSD-Vorsitzenden Horst Münzinger und Siegfried Bradl. Die sympathische Sportlerin aus dem Werdenfelser Land, die bereits Mitglied im FBSD war, nahm die Ernennungsurkunde vom 2. Vorstand des FBSD, Sigi Bradl entgegen. Dazu gab es ein maßgeschneidertes Gratulationslied des Haberer Zwoagsangs sowie lobende Verserln von Annelies Grasegger, die lange Jahre den FBSD in Garmisch-Partenkirchen geleitet hat. Laura Dahlmeier wurde bei ihrem Empfang durch den Skiclub Partenkirchen total überrascht und freute sich ungemein über ihre FBSD-Ehrenmitgliedschaft.

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Die beiden Bairisch-Förderer sind beeindruckt und erfreut über den bärigen sportlichen Erfolg und freilich auch darüber, dass Laura Dahlmeier bairisch redet. "Dass Du, liebe Laura, in der Öffentlichkeit und speziell bei Interviews nicht auf eine standarddeutsche Variante ausweichst, sondern ganz selbstverständlich Redewendungen und Ausdrucksweisen Deiner Heimatsprache verwendest, ist einfach vorbildlich", lobten die Vereinschefs. Mundart reden ist beispielgebend vor allem für alle jungen Menschen im Werdenfelser Land und weit darüber hinaus, die Bairisch können, aber oft aus überzogener Rücksichtnahme oder aus Sorge vor schulischen oder beruflichen Nachteilen ihre Muttersprache untergraben.

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Die herausragenden Sportergebnisse und auch die beruflichen Perspektiven von Laura Dahlmeier zeigten, dass die Auffassung, Mundart behindere persönlichen Erfolg, "ein ziemlicher Schmarrn" und schon längst überholt sei, so die FBSD-Vorsitzenden. Auch mit Blick auf die prominenten FBSD-Ehrenmitglieder, dem emeritierten Papst Benedikt XVI. und Prof. Dr. Ludwig Zehetner könne von einem sprachlichen Defizit bei Mundartrednern nicht die Rede sein. "Ein Defizit hat, wem Mundart oder Regionalsprache vorenthalten wurde und sich nur mit Einheitsdeutsch verständigen kann. Ja, der ist arm dran!"

Münzinger und Bradl hoffen, dass die auch wissenschaftlich nachgewiesenen Vorteile der Mehrsprachigkeit, Mundart neben Hochsprache, endlich auch in den höchsten Reihen der bayerischen Landes- und Kulturpolitik wahrgenommen werden und daraus Konsequenzen folgen für die Bildungspolitik sowie für die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Erzieherinnen und Erzieher sowie der Lehrkräfte.

Alle Gratulanten

"Nur über die junge Generation, deren Sprachumfeld vor allem in Kindergärten und Schulen gestaltet wird, kann heimische Sprache und Mundart überliefert und erhalten werden." Die bayerische Politik muss auf allen Ebenen endlich wirksame Maßnahmen zur Förderung der Regionalsprachen und der Mundarten umsetzen. Ansonsten droht in absehbarere Zeit der endgültige Verlust der Orts- und Regionalsprachen sowie die Verflachung des reichhaltigen kulturellen Bestands in Bayern.

 



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Laura Dahlmeier bekommt von Siegfried Bradl, 2. FBSD-Vorsitzender, die Ehren-mitgliedschaft in Form einer schönen Urkunde überreicht (v.l.).
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Laura Dahlmeier bekommt von Siegfried Bradl, 2. FBSD-Vorsitzender, die Ehren-mitgliedschaft in Form einer schönen Urkunde überreicht (v.l.).
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Große Freude beim neugekürten FBSD-Ehrenmitglied Laura Dahlmeier (Mitte) und der Vereinsdelegation Gisela Bradl, Annelies Grasegger und Siegfried Bradl (v.l.).

Freitag, 10 Februar 2017 11:35

Ansturm auf die Bairische Sprachtafel

Demnächst auch für Franken und Schwaben

Wer hätte das gedacht. Bereits wenige Stunden nach Veröffentlichung der Sprachtafel „I LEARN BOARISCH“ gingen im Büro des Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung weit über tausend Bestellungen ein. „Ein Ansturm, mit dem wir nicht gerechnet haben“, zeigt sich der Initiator Siegfried Bradl, 2. Vorstand des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte e.V. (FBSD) erstaunt und erfreut zugleich.

Nach dem Erfolg der Sprachtafel „Ich lerne Deutsch“ schufen der bayerische Integrationsbeauftragte und der FBSD eine bairische Variante, der eine fränkische und schwäbisch-alemannische folgen wird. Die Übersicht ist nach Sparten wie Verkehr, Freizeit oder Notfall gegliedert und enthält einfache Symbole und Zeichnungen sowie daneben das bairische Wort oder eine Bedeutungserklärung.

Mit der neuen Sprachtafel erweitert sich die Zielgruppe über Menschen mit Migrationshintergrund hinaus auf alle Menschen, die Freude an der Mundart haben. Die Sprachtafel kann damit in verschiedensten Institutionen und Gruppierungen vom Kindergarten über Schulen bis hin zum Pflegeheim eingesetzt werden.

Die Bairische Sprachtafel im Format A2 kann über die Geschäftsstelle des Integrationsbeauftragten per e-mail bestellt werden und wird kostenlos zugesandt. Infos auch unter www.fbsd.de.