FBSD Pressemitteilungen
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FBSD Pressemitteilungen (36)

Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. stellt das Pilot-Projekt „Speisekarten-ABC für Wirtsleut' und Küchenchefs“ bayrischer Wirtshäuser vor

Dem Bayern schlägt es auf den Magen, wenn er in einem bayrischen Wirtshaus die Speisekarte liest und auf die Sprache achtet. Da werden Kohlrouladen, Frikadellen und Klöße angeboten anstatt Krautwickerl, Fleischpfanzerl und Knödel. Zwar verheißen in Lederhosen und Dirndl gewandete Kellner und Kellnerinnen sowie weiß-blaue Tischdecken original bayrische Wirtshaustradition, doch zweifelt der Gast ganz arg an der Echtheit, wenn die Speisekarte mit mittel- und norddeutschen Bezeichnungen durchsetzt ist. Mag auch der Preis für die Speisen stimmen, so ärgern sich nicht wenige Bayern - und auch mancher Fremde - über heimatsprachliche Mängel und unnötig importierte Bezeichnungen für vielerlei typisch bayrische Gerichte und Beilagen.

Der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. hat sich deshalb entschlossen, eine Kampagne zu starten, die die Wirtsleute dazu bewegen soll, der sprachlichen Gestaltung ihrer Speisekarte mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Keineswegs soll nach den Vorstellungen des Vereins die Speisekarte vollständig und auf Biegen und Brechen in Mundart übersetzt werden. Aber traditionellen bayrischen Begriffen für Speisen und Zubereitungsart soll der Vorzug gelten vor regionalfremden Begriffen und Schreibweisen.

Getragen wird die FBSD-Kampagne von dem humorvoll illustrierten Sprachführer für Wirtsleut', für dessen Finanzierung die Eva Mayr-Stihl Stiftung in Waiblingen gewonnen werden konnte. Der von wirts- und mundartkundigen Kennern erstellte und geprüfte Prospekt bietet Wirten, Küchenchefs und dem Servicepersonal Gebrauchshinweise und 35 Gegenüberstellungen heimatsprachlicher und norddeutscher Begriffe für Speisen und Zubereitungsarten. Das überschaubare Faltblatt kann gerade auch für Personal, das nicht aus dem bayrischen Sprachraum stammt, problemlos als Kleinplakat in Küche und Büro als kleine Hilfestellung angebracht werden.

Den Prospekt erhalten zunächst die rund 3.300 Mitglieder des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte e.V., um in ihrem Umfeld Wirte auf das Speisen-ABC hinweisen zu können und für Mundartfreundlichkeit zu werben. Zudem hat bereits der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) die FBSD-Initiative sehr begrüßt und Unterstützung bei der Verbreitung des Speiskarten-ABC zugesagt.

Vorstellbar ist aus Sicht des FBSD, dass die bairische Ausgabe Nachahmer findet, und Empfehlungen für den fränkischen und den schwäbischen Sprachraum erstellt werden. Bereits im Frühjahr war der FBSD gemeinsam mit dem Büro des Bayerischen Integrationsbeauftragten maßgeblich an der Herausgabe von Sprachtafeln in Bairisch, in Fränkisch und in Schwäbisch beteiligt. Die seinerzeit unerwartet große Nachfrage stimmt die FBSD-Vorsitzenden Horst Münzinger und Siegfried Bradl und den FBSD-Projektleiter Dr. Franz Sonnenberger zuversichtlich, dass auch das Speisekarten-ABC viel Zustimmung erhalten wird. „So tragen wir dazu bei, dass in mundartfreundlichen Wirtshäusern wieder mehr heimatsprachliche Begriffe zu lesen und zu hören sind“.


Weitere Informationen zur bairischen Sprache, zu den Aktivitäten des Vereins sowie Termine weiterer Veranstaltungen gibt´s unter www.fbsd.de .

 

Den besagten Prospekt gibt's ganz unten unter "Anhänge herunterladen": bairisch_ala_carte.pdf

Den einzigen zugelassenen Infostand betreibt der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. (FBSD) im traditionellen Museumszelt

Bei sagenhaften 15.000 Fragebögen liegt der bisherige Rekord bei den verteilten Bairischtests „Woaßt as?“ auf der Oidn Wiesn. „Die Wiesn 2017 ist länger und Bairisch hat Rückenwind.. Wir haben also gute Chancen, einen neuen Rekord aufzustellen“, meint Benedikt Kronenbitter, der Vorsitzende des Landschaftsverbands München Stadt und Land im Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. Mit seinen zahlreichen Helfern betreibt Kronenbitter im Museumszelt den FBSD-Info-Stand. Übrigens der einzige Info-Stand, der auf der Oidn Wiesn zugelassen ist. „Das hat damit zu tun, dass wir seit dem Bestehen der Oidn Wiesn mit dabei sind und unser Mundart-Ratespiel bei Einheimischen und Zuagroasten, bei Jung und Alt, bei Wirten und Schaustellern sehr beliebt ist.“ Hinzu kommt, dass die Zusammenarbeit mit Yvonne Heckl von der Historischen Gesellschaft Bayerischer Schausteller e.V. ganz wunderbar funktioniert hat“, schwärmt der Bairsich-Kenner.

Bairischtipps für Groß und Klein

Wer seine Bairisch-Kenntnisse testen und mehr über die bairische Sprache erfahren will, kann sich vom 16. September bis zum 3. Oktober täglich von 11 Uhr bis 19 Uhr im Museumszelt am Stand des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte e.V. (FBSD) einem unterhaltsamen und gleichwohl lehrreichen Bairisch-Sprachtest unterziehen. Wer alle Fragen richtig beantwortet, bekommt als Zertifikat das weiß-blaue Wapperl „I red Boarisch - und Du?“.

Auch Rundbriefe des Vereins und Sprachspiele werden angeboten. Praktische Hinweise und Buchempfehlungen zur Weitergabe und Pflege der bairischen Sprache in Familien, Kindergärten und Schulen gibt es bei den ehrenamtlichen Sprachfreunden kostenlos.

Weitere Informationen zur bairischen Sprache, zu den Aktivitäten des Vereins sowie Termine weiterer Veranstaltungen gibt´s unter www.fbsd.de .

 

 

Bei Fragen

Benedikt Kronenbitter,
Vorsitzender des FBSD-Landschaftsverbands München Stadt und Land
Telefon: 0179 5954983 E-Mail:

Siegfried Bradl
2. Vorsitzender des FBSD-Gesamtvereins
Telefon: 08254 – 8665 / E-Mail:

Kein Vokabelsalat, sondern bairische Sprache rund um die Volkskultur

Der überregionales Aufsehen erregende, spielerisch angelegte und sehr erfolgreiche Bairischkurs für Truderinger Kindergartenkinder "macht Schule": Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e. V. (FBSD) bieten im Herbst 2017 Interessierten jeden Alters erstmals einen Kurs zum Kennenlernen bairischer Sprache in Verbindung mit Geschichte, Musik, Literatur und Religion an. Vorkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich, denn, so die Organisatoren:
"A bisserl woos geht fei imma!".

Das mehrteilige Programm gestalten die Liedermacherin Edeltraud Rey, der Buchautor und FBSD-Vorsitzende Horst Münzinger, die Mundartschreiberin Rosy Lutz und der Münchner Stadtpfarrer Rainer Maria Schießler.
Der Kurs beginnt am 23. September 2017 um 15 Uhr im Kulturzentrum München-Trudering an der Wasserburger Landstraße 32, mit Informationen zu den Themen und Referenten. Der Eintritt zu dieser Informationsveranstaltung ist frei.

Kurstermine sind dann der 14. und 28. Oktober sowie der 11. und 25. November, jeweils von 15 bis 16:30 Uhr im Kulturzentrum Trudering. Die Gebühr für den 4-teiligen Kurs beträgt 36 Euro, junge Erwachsene bis 27 Jahren zahlen nur 18 Euro und (Ehe-)Paare zusammen 54 Euro. Das Programm ist unter www.fbsd.de einsehbar. Anmeldungen können ab sofort unter erfolgen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Die Schirmherrschaft über das bisher einmalige weiß-blaue Angebot für Einheimische und Zuagroaste haben der ehemalige Münchner Stadtrat und gebürtige Truderinger Dr. Georg Kronawitter und seine Frau Gundula übernommen.

Ermutigt zu diesem Bairisch-Bildungs-Kurs für Erwachsene wurden die Initiatoren Wolfgang Jungwirth (KAB) und Horst Münzinger (FBSD) durch den Erfolg und die Resonanz eines Bairisch-Grundkurses, der mit FBSD-Unterstützung seit Oktober 2016 für Kinder im Truderinger Kindergarten St. Franz-Xaver veranstaltet wird. Die Schirmherren Gundula und Dr. Georg Kronawitter sind sich sicher, dass auch die Teilnehmer von "Griaß di" für Erwachsene viel Freude haben werden.

FBSD und Schwäbisches Literaturschloss Edelstetten setzen mit Kooperationsvereinbarung ein Zeichen für Mundartförderung über Sprachgrenzen hinweg

Der rund 3300 Mitglieder umfassende und in Oberbayern ansässige Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. (FBSD) und der Verein Schwäbisches Literaturschloss Edelstetten e.V. wollen künftig gemeinsam gegen den Verlust der Regionalsprachen vorgehen. Schwäbisch-Alemannisch und Bairisch sind, wie das Fränkische, Regionalsprachen, die in Bayern gesprochen werden, aber in ihrem Bestand arg gefährdet sind. Deshalb wurden sie von der UNECSO 2009 als vom Aussterben bedroht eingestuft. "Die Bewusstseinsbildung, dass Regionalsprachen und Mundarten außerordentlich hochwertige und deshalb dringend zu erhaltende Kulturgüter sind, wollen wir künftig gemeinsam stärker betonen", so Prof. Dr. Klaus Wolf, Vorsitzender des Vereins Schwäbisches Literaturschloss Edelstetten e.V. und Horst Münzinger, Vorsitzender des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte e.V.

Dialekt macht schlau
Ab den 1960er Jahre wurden nicht nur in Bayern Regionalsprachen und Mundarten als bildungshemmend abgewertet und aus Schulen und Medien zu Gunsten eines norddeutsch geprägten Standarddeutsch verbannt. Generationen von Politikern, Eltern und Lehrkräften hielten Jahrzehntelang an dieser ideologisierten und schon längst als falsch widerlegten Defizithypothese fest - und Kinder von den Regionalsprachen und Mundarten fern. Mangelnde Überlieferungen im Elternhaus und in den Schulen haben aber zur Folge, dass besonders bei der jüngeren Generation erhebliche Wissenslücken bei den Themen Literatur, Musik und Brauchtum mit gravierenden Sprachdefiziten einhergehen.


"Sprache und Mundarten müssen in ihrer Ganzheitlichkeit wieder zu einem Erlebnis werden", betont deshalb Wolf, der an der Universität Augsburg lehrt.

"Zudem haben mehrere Untersuchungen der modernen Gehirnforschung und aufgeklärte Praktiker in den Schulen nachgewiesen, dass das Nebeneinander von Hochsprache und Mundart bei Kindern Konzentration und Kombinationsfähigkeit fördern und dadurch bessere schulische Leistungen erzielt werden als bei Einzelsprachlern", begründet der FBSD-Vorsitzende die Notwendigkeit, wirkungsvolle Konzepte zur Mundartförderung in Kindergärten und Schulen einzuführen.

Die Übergabe der Partnerschaftsurkunden im Literarischen Salon im schwäbischen Schloss Edelstetten im Beisein von Schlossherrin Fürstin Ursula von Esterhazy, setzt nach Meinung der Vorsitzenden auch ein wichtiges Signal für eine regional übergreifenden Mundartförderung, der sich "hoffentlich auch bald fränkische Sprachförderer anschließen werden."

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Gemeinsam stärker für den Erhalt der Regionalsprachen in Bayern:
(v.l.) Siegfried Bradl (stv. Vorsitzender FBSD), Prof. Dr. Klaus Wolf (Vorsitzender Li-teraturschloss Edelstetten) und Horst Münzinger (Vorsitzender FBSD) freuen sich über die Kooperationsvereinbarung ihrer Vereine und hoffen, dass sich die Franken bald anschließen werden.