Montag, 05 Oktober 2020 16:43

Besondere Auszeichnung für Markus Eisenbichler: „Ich find das richtig cool“

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Neukirchen - Bereits zwei Monate vor dem Start in die neue Weltcup-Saison darf sich Markus Eisenbichler über die erste Auszeichnung freuen. Dem Skispringer wurde der Preis für "Verdienste an der Bairischen Sprache" verliehen.

 

(von links) Preisträger Markus Eisenbichler, Heinz Schober (Vorsitzender des Landschaftsverbandes Rupertiwinkel) und Laudator Gustl Lex.© Ruf / BGland24.de
(von links) Preisträger Markus Eisenbichler, Heinz Schober (Vorsitzender des Landschaftsverbandes Rupertiwinkel) und Laudator Gustl Lex.© Ruf / BGland24.de

 

In der Regel wird Markus Eisenbichler für seine sportlichen Leistungen auf den Skisprungschanzen dieser Welt geehrt. Am Freitag in Neukirchen erhielt der 29-jährige Siegsdorfer einen Preis, von dem er selbst überrascht wurde.

"Ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, dass es einen solchen Preis gibt. Entsprechend habe ich damit natürlich auch nicht gerechnet, bin aber sehr glücklich, diesen Preis bekommen zu haben. Mir ist die bairische Sprache sehr wichtig, ich find das richtig cool", sagte der amtierende Dreifach-Weltmeister am Rande der Preisverleihung gegenüber Bgland24.de

Verdienste an der Bairischen Sprache - "Markus Eisenbichler ist ein Aushängeschild der Region"

Gut 100 Besucher wahren in den Gasthof - Hotel zur Post in Neukirchen gekommen, um an der Hauptversammlung des "Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte im Landschaftsverband Rupertiwinkel" teilzunehmen. Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Jahreshauptversammlung im kleineren, aber dennoch würdigen Rahmen statt.

Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Preises für "Verdienste an der Bairischen Sprache", der in diesem Jahr an Markus Eisenbichler überreicht wurde. Warum die Wahl auf Eisenbichler fiel? Laudator Gustl Lex brachte es auf den Punkt. "Die Eisenbichlers sind eine Chiemgauer Familie mit langer Tradition. Der Markus pflegt diese Tradition, egal wo er ist auf der Welt. Er ist ein Aushängeschild der Region und damit auch der bayerischen Sprache", sagte Lex in seiner mit viel Applaus bedachten Rede.

Laudator Gustl Lex hielt eine vielbeklatschte Rede für Markus Eisenbichler.© Ruf / BGland24.de
Laudator Gustl Lex hielt eine vielbeklatschte Rede für Markus Eisenbichler.© Ruf / BGland24.de

 

"Da braucht man eigentlich gar nicht in den Urlaub fahren"

Das wichtigste Kriterium des Preises für "Verdienste an der Bairischen Sprache" ist, dass sich die Preisträgerin oder der Preisträger ums Bairische verdient gemacht haben soll und und einen Bezug zur Region hat.

Dass all das auf Markus Eisenbichler in besonderer Weise zutrifft, fasste der Skispringer in eigenen Worten zusammen. "Die Heimat spielt eine ganz große und wichtige Rolle in meinem Leben. Ich bin hier aufgewachsen und ‚dahoam‘, wie man so schön sagt. Es gibt zwar schöne Flecken auf der Welt und ich reise auch sehr gerne, aber wirklich runterkommen kann ich nur zuhause. Hier habe ich meine Familie und meine Freunde, wir haben so viele schöne Orte in Bayern. Da braucht man eigentlich gar nicht in den Urlaub fahren" (lacht)

Berühmte Preisträger, klare Ziele

Der Preis, der durch eine Spende der Eva-Mayr-Stihl-Stiftung mit 1000 Euro dotiert ist, ging in den vergangenen Jahren an diverse Persönlichkeiten wie beispielsweise die Extremkletterer Thomas und Alexander Huber "die Huababuam", den Musiker Georg Ringsgwandl oder den ehemaligen Landrat (BGL) Georg Grabner. Das besondere am Rupertiwinkler Dialektpreis ist, dass der Preis, sowohl an Prominente, wie auch an nicht Prominente verliehen wird.

Die Aktivitäten des Fördervereins gehen aber weit über die alljährliche Preisverleihung hinaus. "Wir sind in Schulen und Kindergärten und versuchen, dort die bairische Sprache aktiv an die Kinder heranzutragen. Wir wollen die Freude an unserer Sprache vermitteln und verdeutlichen, dass es ein Mehrwert ist, wenn man bairisch spricht", erklärte der zweite Vorsitzende Schorsch Baumgartner im Gespräch mit BGland24.de.

(von links): Schorsch Baumgartner (2. Vorsitzender), Heinz Schober (Vorsitzender), Marianne Hauser (Schriftführerin)© Ruf / BGland24.de
(von links): Schorsch Baumgartner (2. Vorsitzender), Heinz Schober (Vorsitzender), Marianne Hauser (Schriftführerin)© Ruf / BGland24.de

 

Dahinter steckt ein klares Ziel, wie Schriftführerin Marianne Hauser ergänzte. "Dialekt ist keine minderwertige Form der Hochsprache, sondern hat seine ganz eigenen Wurzeln, aus denen sich die Hochsprache letztlich entwickelt hat. Und diese Wurzeln wollen wir erhalten."

"Da wusste ich, der ist es!"

Der Vorsitzende des Landschaftsverbandes Rupertiwinkel Heinz Schober sieht in der Arbeit seines Vereines einen klaren Mehrwert für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus der Region. "Dialekte fördern das Sprachgefühl, das hat positive Auswirkungen auf die Lernfähigkeit von jungen Menschen. Deswegen legen wir viel Wert darauf, dass dieses Kulturgut erhalten wird und engagieren uns in verschiedenen Projekten."

Dass Markus Eisenbichler ein würdiger Preisträger ist, unterstrich Schober mit einer Anekdote. "Ich habe den Markus bei einer Preisverleihung im Fernsehen gesehen. Da hat der das Schuhplatteln angefangen und munter auf bairisch dahergredet. Da wusste ich, der ist es".

Vorfreude auf die neue Saison 

Für den Skispringer war die Preisverleihung eine willkommene Abwechslung. Eisenbichler und seine Teamkollegen stecken mitten in der intensiven Vorbereitung auf die neue Weltcup-Saison, die Ende November im polnischen Wisla beginnen soll.

Eisenbichler fühlt sich für die neue Saison gerüstet. "Die Vorbereitung lief sehr gut für mich. Wir konnten super trainieren, viele Einschränkungen haben wir auch nicht gespürt. Natürlich waren einige Abläufe anders, als wir es bisher kannten. Da mussten wir uns dran gewöhnen, das ging aber problemlos. Es läuft gut auf der Schanze, die Stimmung im Team ist auch sehr gut. Wir freuen uns auf den Saisonstart, bis dahin steht noch der Feinschliff auf dem Programm."

Eine Medaille als klares Ziel

Mit der Skiflug-WM in Planica, der Vierschanzentournee und der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf stehen für die Skispringer gleich mehrere Highlights auf dem Programm. Den Wettbewerben will auch Eisenbichler seinen Stempel aufdrücken.

"Zunächst möchte ich gut Skispringen. Ein Highlight ist natürlich die Heim-WM in Oberstdorf, die will ich genießen. Und bei der Skiflug-WM in Planica wäre eine Einzelmedaille oder eine Medaille im Team eine feine Sache", sagte der Weltmeister von der Großschanze, im Team und im Mixed.

Gemischte Gefühle bei Eisenbichler

Auch für die Skispringer wird es durch Corona-Einschränkungen geben. Eisenbichler sieht das mit gemischten Gefühlen.

"Es wird wahrscheinlich so kommen, dass gar keine oder nur wenige Zuschauer zugelassen sind. Das ist aber aus gesundheitlicher Sicht wohl die sinnvollste Entscheidung. Skispringen ohne Zuschauer wäre sehr bitter für uns, besonders bei den großen Events wie in Oberstdorf oder Garmisch-Partenkirchen bei der Vierschanzentournee. Das sind immer ganz besondere Erlebnisse. Wir warten jetzt ab, was passiert. Die Entscheidungsgewalt liegt da ohnehin nicht bei uns Springern. Das Schöne am Skispringen ist, dass man unsere Sportart auch gut vom Fernseher aus verfolgen kann."

Quellenangaben

  • Text und Bilder: Tobias Ruf, BGLand24.de
    Der Originalbeitrag ist HIER veröffentlicht
  • Diese Radiomitschnitte veröffentlichen wir hier mit freundlicher Genehmigung von: Peter Reichenberger Bayernwelle
  • Auch ein Video davon gibt's auf Youtube

Weitere Informationen

  • Erscheinungsdatum: Samstag, 26 September 2020
  • Quelle: www.BGLand24.de
  • Autor: BGLand24.de
Gelesen 60 mal Letzte Änderung am Montag, 19 Oktober 2020 18:01
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