Freitag, 29 November 2013 10:32

Presseinfo BLLV vom 26.11.2013

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Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e. V.

Kompetent.  Stark.  Guad.  Mit über 3.300 Mitgliedern.

   

Pressemitteilung, München 26. November 2013  

 

Wichtiges Signal für Lehrkräfte und Schulpolitik

 

Note Eins für Lehrer-Impuls zur Mundartförderung

 

Als ein wichtiges Signal für Lehrkräfte und Schulpolitik wertet der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. (FBSD) die Forderung des Präsidenten des Bayerischen Lehrerinnen-  und Lehrerverbands (BLLV), Klaus Wenzel, in den Schulen Bayerns regionale Mundarten zu stärken. „Damit stimmt eine so kompetente Institution wie der bayerische Lehrkräfteverband nahtlos mit unserem Ansinnen überein“, freut sich FBSD-Vorsitzender Horst Münzinger. Der Sprachverein setzt sich seit Jahren für eine starke Gewichtung der Mundarten im Unterricht und in der Lehrerausbildung ein. Regionalkulturelle Bildung und die Sprach- und Lernkompetenz von Kindern werden dadurch verbessert.

 

Handreichung Dialekt für Lehrkräfte

Mit seinen Aussagen zur Mundartförderung an den Schulen in Bayern stärkt Wenzel Lehrkräften den Rücken, die schon bisher Regionalsprachen im Unterricht befürworten und fördern. Zu wünschen ist freilich, dass auch kritische Lehrkräfte erreicht und zum Abbau längst widerlegter Vorurteile gegenüber den Mundarten bewegt werden. Eine Annäherung ermöglicht die im Internet abrufbare Handreichung Dialekt für den Unterricht des bayerischen Kultusministeriums. Weitere schulpolitische Schritte zur Aufwertung der Dialekte müssen nun folgen.

 

Mundart als natürlich Lernhilfe annehmen

„Es ist allerhöchste Zeit, die Mundarten nicht weiter als Bildungshindernis zu diskriminieren, sondern als natürliche Lernhilfe anzunehmen und zu fördern“, mahnt Münzinger. Eltern und Elternbeiräte sollten gemeinsam mit Lehrkräften Ideen zur Wortschatzerweiterung durch Mundartförderung im Unterricht entwickeln und umsetzen. Kinder erlangen somit die mehrfach wissenschaftlich nachgewiesenen Lernvorteile aus dem Nebeneinander von Schriftsprache und regionaler Sprechsprache. Ein Vorenthalten dieser Kompetenzstärkung geht zu Lasten der Kinder.

 

Mundartverlust macht Regionen austauschbar

Eile ist geboten, denn der Anteil junger Menschen mit Mundartkompetenz schwindet besorgniserregend. Die Gefahr des Totalverlustes hat die UNESCO bereits 2009 zur Aufnahme der bairischen Sprache in die Liste der gefährdeten Sprachen veranlasst. Hierbei wird Sprache nicht nur isoliert als Kommunikationsmittel gesehen, sondern als kulturelles Erbe einer Sprachgemeinschaft und als besonderer Ausdruck von   Identität. Mit dem Verlust einer Sprache und seiner mundartlichen Varietäten verliert eine Region Eigenart und Kultur, degeneriert, wird unattraktiv und austauschbar.

 

 

Weitere Informationen über Vereinszweck und zu Veranstaltungstermine sind unter www.fbsd.de  abrufbar. 

Weitere Informationen

  • Erscheinungsdatum: Dienstag, 26 November 2013
  • Quelle: FBSD
  • Autor: Horst Münzinger
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