Mittwoch, 02 November 2011 01:00

Dialektpreis aus der Taufe gehoben

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Mit dem neu geschaffenen Dialektpreis des  Landschaftsverbands Rupertiwinkel im Förderverein Bairische Sprache wurde Markus Putzhammer aus Petting geehrt. Auf der Jahreshauptversammlung wurden die vielen Aktivitäten des Vereins vorgestellt.

Ehrung von Hannes PutzhammerDer Landesverband Rupertiwinkel konnte vor kurzem gut 40 Mitglieder und Freunde der bairischen Sprache zur Jahreshauptversammlung im Gasthaus Lederer in Surheim begrüßen. Der 1. Vorstand Heinz Schober hieß besonders den 1. Bürgermeister der Gemeinde Saaldorf-Surheim, Ludwig Nutz, sowie den ehemaligen Landtagsabgeordneten Gustav Starzmann und den stellvertretenden Landrat Lutz Feiler willkommen. Lutz Feiler überbrachte die besten Wünsche von Landrat Georg Grabner.

In seinem Rückblick auf das letzte Vereinsjahr konnte Vorstand Schober feststellen, dass der Verein insgesamt viermal mit Infoständen bei diversen Veranstaltungen in der Region vertreten war. Michi Ofensberger sen. hat neun Vorträge im Rupertiwinkel und im angrenzenden Salzburger Land zum Dialekt gehalten. Auch mit diversen Zeitungsbeiträgen war der Verein öffentlich präsent. Erfreulich ist, dass sich vor allem auch die jüngeren Generationen zumindest auf dem Land verstärkt für die eigene Herkunft und damit auch für die eigene Ausdrucksweise interessieren, diese verwenden und darauf stolz sind. Insofern sieht der Verein schon die Saat aufgehen bzw. diese Bemühungen unterstützen. Dieses Jahr hat auch erstmals das Bayerische Kultusministerium einen Dialektwettbewerb ausgeschrieben. Und auch der Bayerische Rundfunkt sich wieder mehr um die Dialekte kümmert.

Nach dem Bericht über die erfolgte Kassenprüfung durch Markus Putzhammer wurde die Vorstandschaft einstimmig von der Versammlung entlastet. Nun war nächster Tagesordnungspunkt die Verleihung des neu geschaffenen Dialektpreises des Landschaftsverbands. 2. Vorstand Franz Rehrl ging in seiner Laudatio auf die „sprachlichen Spuren“ des Preisträgers intensiv ein. Markus Putzhammer hat nie einen Hehl aus seiner Herkunft und Sprache gemacht und dafür die heimatliche Ausdrucksweise immer in allen öffentlichen Ämtern mit Nachdruck, Witz und Humor verwendet. Dafür gebührt ihm der Dank des Vereins und aller an der Muttersprache interessierten Bürger. Zum Dank wurde ihm die erste Urkunde des Dialektpreises verliehen.

Beim letzten Tagesordnungspunkt Wünsche und Anträge wurde nochmals ein großer Dank an den ehemaligen Vorstand Michael Ofensberger sen. ausgesprochen, der mit seinem unermüdlichen Einsatz so viel Grundsatzarbeit geleistet hat, auf die es jetzt auszubauen gilt. Dafür hat er kürzlich die Verdienstmedaille des Regierungsbezirks erhalten.

Nach Abschluss des offiziellen Teils übernahm Michi Ofensberger die Moderation. Der Graf Fredl, Mitglied der Dichtervereinigung „Münchner Turmschreiber“ gab etliche seiner Gedichte zum Besten – und bekam dafür viel Beifall. Auch weitere Mitglieder wie Anneliese Dietl und Helmut Rothbucher trugen eigene Verserl vor. Gustav Starzmann stellt sich mit seinem Bestreben vor, bayerische Literaten wieder in das Bewusstsein zu rücken. Lutz Feiler verwies darauf, dass bairisch ja eher eine Sprache als ein Dialekt ist – dank der eigenen Grammatik. Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte Florian Hauser mit seiner Ziach.

Es bleibt anzumerken, dass der Verein sich sehr freut über die große öffentliche Resonanz und sich in seinen Anliegen bestärkt fühlt. Dennoch wäre es sehr hilfreich,  viele jüngere Mitglieder zu bekommen und diese auch aktiv einsetzen zu können – zum Beispiel bei der Besetzung der Info-Stände. Jedenfalls werden auch nächsten Sommer wieder bei manchen Dorf- oder Stadtfesten die Fragebögen des Sprachvereins Kreise ziehen – Kreise, die darauf abzielen, sich mit dem heimatlichen Sprachgut immer wieder aktiv zu beschäftigen und dieses auch ohne falsche Scham zu gebrauchen.

Weitere Informationen

  • Erscheinungsdatum: Mittwoch, 02 November 2011
  • Quelle: Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V.
  • Autor: Heinz Schober
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