Montag, 28 März 2011 02:00

Presseecho - FBSD Pressekonferenz am 21.03.2011 im Presseclub München

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B2 Bayern, Radio Charivari, Radio Gong, Radio Arabella,  Franken Fernsehen, Mainfranken24.de,  Radio1 Coburg,  Abendzeitung,  Augsburger Allgemeine, Münchner Merkur, Bild, Mittelbayerische Zeitung, Fränkischer Tag und viele andere berichteten von unserer FBSD-Pressekonferenz am 21. März 2011 im Presseclub München. Grundlage für viele Radiosender und Zeitungen war die Meldung von  dapd-bay Nachrichtendienst. Nachfolgend eine kleine Auswahl aus dem Presseecho.

dapd-bay Nachrichtendienst

Bairisch soll an Schulen präsenter werden 
München (dapd-bay). Lehrer und Erzieher in Bayern sollen nach dem Willen eines Fördervereins mehr Unterstützung bei der Vermittlung von Mundarten und Dialekten erhalten. Die entsprechenden Lehrwerke müssten großflächig an Bayerns Schulen und Kindergärten verteilt werden, forderte der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte am Montag in München. Zudem seien regelmäßige Erhebungen des Anteils junger Mundartsprecher nötig, um die Wirksamkeit von Fördermaßnahmen überprüfen zu können.
Der Versuch, die bairische Sprache zu erhalten, gleiche einem "Wettlauf mit der Zeit", warnte der Vorsitzende des Vereins, Horst Münzinger. Noch immer werde dem Dialekt vielerorts mit falschen Vorurteilen begegnet. Die "Defizithypothese", wonach Dialektsprecher Nachteile in der schulischen und beruflichen Entwicklung hätten, sei aber längst widerlegt. "Genau das Gegenteil ist der Fall", sagte Münzinger. Zudem ermögliche Mundart den Zugang zu Kultur und Geschichte und sei ein "Stabilisator für Gemeinschaft".

epd Bayern (Evangelischer Pressedienst)

Sprachexperten fordern mehr Bayerisch in den Schulen
Bayerisch soll nach Ansicht von Sprachexperten keine Nischensprache sein, sondern Grundlage der Erziehung. Dialekte und Mundarten seien ein Zugang zur Kultur und ein Stabilisator der Gemeinschaft, sagte Horst Münzinger, Vorsitzender des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte (FBSD) am Montag im Münchner Presseclub. Immer weniger Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene könnten Mundart sprechen, kritisierte Münzinger. Dies belege auch die UNESCO, die den bayerischen Dialekt als gefährdet eingestuft habe.

Mittelbayerische Zeitung (MZ)

Bairisch schon von Kindesbeinen an
Förderverein für Bairische Sprache sieht zwar einige Erfolge, aber noch immer wird die Zahl der Dialektsprecher in Bayern stetig geringer.

Vorlesen auch im Dialekt: Das fordert der Förderverein für Bairische Sprache und Dialekte. Der Versuch, die bairische Sprache zu erhalten, gleiche schließlich einem „Wettlauf mit der Zeit“, warnte gestern der Vorsitzende des Vereins, Horst Münzinger. Foto: Archiv

Von Katia Meyer-Tien, MZ


München. Es ist ein vorsichtig optimistisches Fazit, mit dem der Vorsitzende des Fördervereins für Bairische Sprache und Dialekte die Arbeit des vergangenen Jahres zusammenfasste: „Wir haben ein paar Meter gutgemacht“, sagte Horst Münzinger gestern im Münchner Presseclub, „Aber wir haben noch viele Kilometer vor uns.“ So sei im Radio wieder vermehrt Dialekt zu hören, gerade auch die anrufenden Hörer scheuten sich nicht mehr, in ihrer Mundart zu sprechen. Zeitungen widmeten dem Thema ganze Serien: „Das zeigt doch, dass Interesse besteht!“, sagte Münzinger. Der Buchhandel vermelde steigende Absatzzahlen der bayerischen Literatur, die Künstlervereinigung „MundArtAG“ berichte vom großen Interesse der Jugendlichen an Konzerten in bairischer Sprache, und nicht zuletzt sei auch die Mitgliederzahl des Fördervereins im vergangenen Jahr um 217 auf jetzt knapp 3150 gestiegen. Sehr positive Signale seien das, denn: Die Arbeit für den Erhalt des Bairischen sei ein Wettlauf mit der Zeit. „Der Anteil der Dialektsprecher wird immer geringer“, sagte Münzinger, „und das setzt sich von Generation zu Generation fort“: Irgendwann sei einfach niemand mehr da, der die Mundartbegriffe weitergeben könne: „Das ist dann der Garaus“.

Zweisprachigkeit ist ein Vorteil
Ein Szenario, das sich niemand so recht vorstellen mag. Schließlich verbinde der Dialekt mit der Heimat, „Mundart ermöglicht Zugang zur Kultur“, sagte Münzinger, und schaffe auch in Verbänden und Vereinen ein Gemeinschaftsgefühl, das gerade im viel beschworenen „Europa der Regionen“ unerlässlich sei. Zumal auch das lange verbreitete Vorurteil, dass Dialekt sprechende Kinder diskriminiert würden und im Beruf schlechtere Chancen hätten, nicht stimme. Im Gegenteil: Die Zweisprachigkeit sei für die Kinder ein großer Vorteil.
So viel schon erreicht sei, im Presseclub war man sich am Montag einig, dass noch viel passieren muss. Gerade die Politik sei in der Pflicht, schon die bayerische Verfassung gebiete schließlich in Artikel drei, „kulturelle Überlieferungen zu schützen“.
Wichtig wäre eine grundsätzliche Erhebung, wie es um die Dialekte in Bayern bestellt sei: Wie viele Jugendliche, zum Beispiel, sprechen überhaupt noch bairisch? In die Schulen und Kindergärten müsse man gehen, um dort schon die Jüngsten für das Thema zu sensibilisieren – Münzinger erinnerte in diesem Zusammenhang an das schon vor fünf Jahren erschienene Handbuch „Dialekte in Bayern“, das Lehrer bei der Vermittlung von Heimatsprache eine Hilfe sein sollte.

Ganz modern im Internet
Der Förderverein selber hat in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium einen Grundschul-Wettbewerb ins Leben gerufen, der unter dem Motto „higschaugt – zughorcht – mitgschwätzt“ noch bis zum 15. April läuft. Und um noch mehr Menschen zu erreichen, hat der Verein seinen Internetauftritt überarbeitet, seit Montag ist die neue Seite erreichbar. Sogar einen sogenannten Quick-Response-Code – fotografiert man den mit dem Smartphone, öffnet sich der Link zur Homepage – verbreitete der Förderverein gestern: „Wir sind da ganz modern“, kommentierte Horst Münzinger mit einem Schmunzeln.


Augsburger Allgemeine

Bairisch für alle Fälle
Sprachbewahrer fordern vom Freistaat mehr Engagement, auch in den Schulen 
Von Erçin Özlü 
München. Horst Münzinger kommt gerne ins Schwärmen, wenn er die Vorzüge des Bairischen erklären soll. Doch als Vorsitzender des Fördervereins „Bairische Sprache und Dialekte“ sieht er sich als Getriebener des Sprachwandels.
Schon nach zwei, drei Generationen drohe seiner geliebten Heimatsprache das Ende. Denn der Anteil junger Erwachsenen, die Mundarten beherrschen, schrumpfe seit Jahren. „Es ist ein Wettlauf mit der Zeit“, sagt Münzinger und verweist auf den Bericht der Unesco von 2009. Die hatte Bairisch erstmals

als vom Aussterben bedrohte Sprache eingestuft. Das Interesse der Bevölkerung sei zwar weiterhin vorhanden. „Das sehen wir an unseren steigenden Mitgliederzahlen, den Berichten in Tageszeitungen oder an verschiedenen Künstlerprojekten.“ Aber auf der politischen Ebene geschieht zu wenig, findet Münzinger.
Daher fordert sein Förderverein ein stärkeres Engagement des Freistaats: Regelmäßig sollten Wissenschaftler die Zahl jüngerer Mundartsprecher in den regionalen Dialekträumen Bayerns erfassen. Nur so könne man prüfen, inwieweit die Maßnahmen greifen, mit denen die staatlichen Stellen das Bairische schützen wollen. In den Lehrplänen aller Schularten ist die Behandlung des Themas „Dialekte“ fester Bestandteil. Lehrer können sich auch im Rahmen von Fortbildungen mit Mundarten näher beschäftigen Aber den Sprachbewahrern ist das zu wenig. „Wir sollten schon die Lehramtsanwärter für das Thema sensibilisieren“, verlangt Münzinger. Außerdem müsse die Handreichung des Kultusministeriums „Dialekte in Bayern“ neu aufgelegt und kontrolliert verteilt werden. Bei vielen Pädagogen sei das dicke Werk gar nicht angekommen.
Einen Mitstreiter scheint der Förderverein in der Staatsregierung gefunden zu haben: Kultusminister Ludwig Spaenle übernahm die Schirmherrschaft des Grundschul-Wettbewerbs „higschaugt – zug’horcht – mitgschwätzt“, der bis zum 15. April läuft.

Münchner Merkur

Bairisch – gefährdet wie eh und je
Sprachverein will mehr Forschung – Staatsregierung „desinteressiert“ 
Von Dirk Walter 
München – Wie gefährdet ist Bairisch wirklich? Der Förderverein bairische Sprache und Dialekte fordert eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme. Dabei sollte der Anteil jüngerer Mundartsprecher ermittelt werden, sagte Fördervereinsvorsitzender Horst Münzinger im Presseclub München. Der Versuch, Bairisch und seien regionalen Ausprägungen zu retten, gleich einem „Wettlauf mit der Zeit“, sagte er. Der Dialekt und seien regionalen Färbungen sei vor allem in München, aber auch schon in Rosenheim und im Oberland bedroht – allen positiven Entwicklungen zum Trotz. „Auch im Oberland verabschieden sich die Leute schon mit Tschüss.“ 
Bislang seien die Bairisch-Förderer mit Vorschlägen zur Bairisch-Forschung nur abgeblitzt, hieß es. Der mit eigenen Untersuchungen hervorgetretene Germanist Bernhard Stör berichtete im Presseclub, an der Uni München etwa bestehe „überhaupt kein Interesse“. Auch die renommierte Deutsche Forschungsgemeinschaft habe einen Projektantrag abgelehnt. „Die unterstützen uns nicht“, sagte Stör etwas resigniert. Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Fördervereins Niederbayern/Oberpfalz , Sepp Obermeier. Das bayerische Wissenschaftsministerium glänzte hier durch Inaktivität. Ziel müsse es sein, per Fragebögen und per teilnehmender Beobachtung an Kindergärten und Schulen die Dialektsprecher repräsentativ zu ermitteln.
Münzinger selbst berichtete, er habe sich vom Unesco-Bericht, mehr erhofft. Die Unesco hatte 2009 die bayerische Sprache als gefährdet eingestuft. Die Antwort der bayerischen Staatsregierung auf dieses harsche Urteil sei jedoch enttäuschend gewesen, sagte Münzinger. Es sei schlicht „nichts passiert“. Hier herrsche wohl die irrige Ansicht vor, die Förderung von Sprache sei nicht Aufgabe des Staates.
Immer noch gebe es bei Lehrern die Meinung, Dialekt sei schädlich beim Deutsch-Lernen. „So ein Unsinn“, kommentierte er. Das Gegenteil sei richtig: Bilinguale Erziehung – Bairisch und Deutsch – sei besonders zu fördern.  Bei all dem gebe es auch Lichtblicke. „Der Bub ist in den Medien zurückgekehrt“ – der Junge sei mittlerweile verpönnt.

Weitere Informationen

  • Erscheinungsdatum: Montag, 28 März 2011
  • Quelle: Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V.
  • Autor: Horst Münzinger
Gelesen 5706 mal Letzte Änderung am Samstag, 29 Dezember 2012 12:06